Der stationäre Handel und das Internet

Die Diskussion ist nicht neu: Das Internet ist Schuld, dass es mit dem stationäre Handel bergab geht. Und wenn es nicht voll daran Schuld trägt, dann zumindest zu größten Teilen.

Aber ist das wirklich so? Ich bin schon lange davon überzeugt, dass das nicht der Fall ist. Vorgestern wurde ich in meiner Meinung wieder gestärkt, dass der Handel selbst daran schuld ist, wenn es bergab geht. Der Hauptgrund ist die große, unbegründete Angst vor diesem Neuland. So ist alles, was in irgendeiner Weise mit dem Internet verbunden ist bösartig. Ein gutes Beispiel dafür war unser Besuch in einem kleinen Geschäft mit Deko-Artikeln im Regensburg Stadtteil Stadt am Hof. Ich wollte gerade googeln, wie es heißt, hab’s aber nicht gefunden. Hier schon der erst Punkt: Warum nicht? Die Anmeldung dauert keine 15 Minuten und schon wird man dort gelistet. Und hier gilt die Ausrede nicht, dass man evtl. nicht weiß, wie es geht. Denn „Unternehmen bei google Maps eintragen“ bei Google eingeben und es wird in den ersten Suchtreffern sicherlich eine total simple Anleitung kommen.

Stadt am Hof
Stadt am Hof

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Wir waren also in diesem schönen Laden. Ich habe einige Schilder mit Sprüchen gefunden, die mir auch gefallen haben und ich habe ernsthaft überlegt, welche zu kaufen. Dann kamen noch ein paar Lampen und Dekostücke mit Bulldoggen, Möpsen und Hunden, die auch nicht so schlecht waren: Also gleich an zwei Freunde geschickt, ob es was für Sie wäre. Man sucht ja auch immer nach Geburtstagsgeschenken etc. Oder man könnte es auch gleich mitbringen. Aber als ich dann beim zweiten Artikel ein Foto machen wollte, kam schon eine ganz böse, fast schon panische Anweisung des Verkäufers: „Keine Fotos im Laden!“ – kein „bitte“? Hab darauf nur geantwortet, das ich niemandem was kaufen werde, ohne zu wissen, ob es ihm gefällt.

Nachdem er (wohl der Chef) zu seinem Kollegen, der auch im Laden war sagte, dass man da vorsichtig sein muss, denn es könnte ja ein Spion der Konkurrenz sein, musste ich echt lachen!

Als Geschäftsführer eines statioinären Geschäftes und Betreiber von zwei Online-Shops kann ich sagen, dass der stationäre Handel sicherlich nicht ausstirbt, weil es das Internet gibt. Man muss sich nur gezielter darauf einstellen und auch die Möglichkeiten nutzen, die das Internet bietet. Sei es so banale Sachen wie der „beste Service“ und Freundlichkeite oder google Maps, Branchenbücher oder social Networks wie instagram oder facebook und foursquare. Und wie das geht? Da gibt es 1000 Möglichkeiten. Aber man sollte sich schon etwas damit beschäftigen. Oder eine Agentur suchen, die das übernehmen kann. Denn davon gibt es inzwischen genug. Mit solchen aussagen wie oben beschrieben hat der Gute jedoch mindestens einen Kunden verloren.

Bin ich eigentlich der Einzige, der sich über so etwas ärgern kann?

Foto: Copyright Markus Himmelstoß

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